Ende Mai / Anfang Juni 2022

 

Urlaub Teil 2 - Marienfließ und zu Hause

 

Schon lange wünschte ich mir mal einen Ortolan zu sehen. Diese Ammernart ist hier auf warme Gegenden Ostdeutschlands mit Alleencharakter beschränkt und kommt somit an der Ostseeküste nicht vor. 

 

Auf dem Weg ins Marienfließ, einer Heidelandschaft und einem ehemaligen Truppenübungsplatz an der mecklenburgisch-brandenburgischen Grenze ist die Art dagegen regelmäßig zu sehen. Es dauerte auch nicht lange bis ich den Ortolangesang hörte - nur sehen ließ sich der Vogel absolut nicht und im grellen Nachmittagslicht war an fotografieren schon gar nicht zu denken.

 

Im Marienfließ gibt es ein Wiederansiedlungsprojekt von Wiedehöpfen, welches sehr erfolgreich verläuft. An vielen Stellen konnte ich die typischen hup-up-Laute der Männchen hören. Auch gab es ein Raubwürgerpaar zu sehen und an einigen Stellen sangen Wendehälse. Spät abends setzte dann noch der Ziegenmelkergesang ein und eine Waldschnepfe balzte.

 

Auf der Rückfahrt hatte ich wieder Glück, denn hier ließen sich sogar noch zwei Rebhühner sehen, welche ich schon einige Jahre  nicht mehr gesehen hatte und ein Ortolanmännchen sang freisitzend auf einer Baumspitze. Leider war es für ein Foto zu weit weg.

Während eines abendlichen Spazierganges um Zierow konnte ich an einer Feldpfütze vielen Mehl- und einigen Rauchschwalben zugucken, wie sie hier Lehm zum Nestbau sammelten. Direkt im Dorf und an einer Straße gelegen, zeigen die Vögel hier nur eine geringe Scheu vor dem Menschen.

Auf einer gemähten Wiese machte dieses Gartenrotschwanzmännchen Jagd auf Libellen. Ein Grauschnäpper, sowie ein Wiesenpieper jagten Kleininsekten.

Der Feuerlöschteich war voller quakender Frösche.

Grauammer im Grünfutter
Grauammer im Grünfutter

24. bis 29. Mai 2022

 

Urlaub Teil 1 - Doppelschnepfenbalz in Estland

 

Zum ersten Mal bin ich zusammen mit einer kleinen Reisegruppe unterwegs gewesen. Unser Ziel war es, Doppelschnepfen während der Balz zu sehen, welche in Estland mehrere Vorkommen haben. Zusätzlich bestand die Möglichkeit Schreiadler, Schwarzstorch, Birkhähne, Zitronenstelze und andere Arten zu sehen, welche in Deutschland nur selten vorkommen.

 

Am ersten Tag unternahmen wir eine Wanderung durch ein Moor, wo Goldregenpfeifer, Große Brachvögel, Reiher- und Schellenten brüteten. Leider waren diese Vögel alle sehr weit weg und gleichzeitig schien die Sonne, wodurch die Luft flimmerte. Letzteres sollte sich die nächsten Tage aber noch geben. 

Dafür gab es viele Baumpieper, Trauer- und Zwergschnäpper (hier im Kiefern- und nicht wie bei uns im Buchenwald) und auch meine erste Kreuzotter zu sehen.

Am nächsten Tag wanderten wir entlang einer Flussniederung, wo alle 200m ein Wachtelkönig ein Revier besetzt hatte und ausgiebig sein crex-crex  hören ließ. Auch hier sangen überall Trauerschnäpper, Gartengrasmücken und auch noch einige Rotdrosseln, welche hier brüten und bei uns nur Wintergäste sind.

 

Zum Abschluss überflog uns noch ein Wespenbussard und ein Weissstorch machte zusammen mit uns Mittag.

 

Abends ging es dann in ein Balzgebiet der Doppelschnepfe. Leider bestand die Beobachtung nur aus mehrmaligen kurzen Rufen im Dunkeln.

Der nächste Tag begann noch weit vor dem Frühstück. In einem Waldstück ließ sich eine Elchkuh blicken. Nach dem Frühstück konnten wir noch zwei weitere Elche - eine Kuh mit ihrem Kalb - sehen, die schnell im Wald verschwanden. Bei einer Bootsfahrt auf einem noch natürlich mäandernden Fluss setzten sich dann Regen und Wind durch und luden zum Sitzen am bootseigenen Ofen ein. Für die, die draußen ausharrten, belohnte uns die Natur mit Baumfalken, Flussseeschwalben und einer einsamen übersommernden Eisente. Und auch hier konnten wir wieder eine Elchkuh mit ihrem Kalb entdecken.

 

Das absolute Highlight war auf der Rückfahrt durch den Wald: hier tauchte hinter einer Kurve plötzlich ein Braunbär auf, der nach wenigen Sekunden sofort  im Wald verschwand.

 

Nachmittags besuchten wir noch ein Fischteichgebiet, über dem direkt bei unserer Ankunft ein Schreiadler kreiste. Zum krönenden Abschluss gab es noch einen überfliegenden Schwarzstorch zu sehen .

 

Abends an der Unterkunft konnten wir noch zwei Biber beobachten und spät abends hörte ich noch einen weiteren Braunbären in der Nähe.

Am letzten Tag unternahmen wir noch  eine weitere Wanderung durch ein Moor, wo es unter anderem eine Wiesenweihe und für zwei von uns noch einige Birkhühner zu sehen gab. Ich gehörte leider nicht dazu. )-:

Danach wechselten wir unser Quartier und fuhren nach Tartu, wo wir abends an einem Schilfgebiet noch einen Schelladler sehen konnten. Zudem hörten wir dort Rohrdommeln und Wasserrallen und sahen Drosselrohrsänger und einen Raubwürger.

Am nächsten Tag ging es schon wieder zurück nach Tallinn. Während der Rückfahrt saß direkt neben der vielbefahrenden Bundesstraße ein Schreiadler auf einem Pfahl. So etwas wäre hier in Deutschland wohl undenkbar.

 

117 Vogelarten konnten wir insgesamt sehen.

 

 

An dieser Stelle vielen Dank an Adrian Gerloff von Baltikumreisen für die tolle, kurzweilige und interessante Reise. Durch die Zusammensetzung der Reisegruppe konnten wir in den Themen Ornithologie, Botanik, Kulturgeschichte und gesellschaftlichen Themen auch viel voneinander lernen.


Mai 2022

 

Ein paar Frühjahrsimpressionen

 

Durch einige freie Tage Anfang Mai konnte ich schöne Momente einfangen, welche ich hier einmal präsentieren möchte. Fast alle Zugvogelarten sind nun hier, singen fleißig oder sind schon mit dem Nestbau beschäftigt. 

 

Das diesjährige Birdrace endete bei unserem Team mit 152 Arten wieder sehr erfolgreich, auch wenn uns einige eigentlich häufige Arten wie Zwergtaucher, Alpenstrandläufer, Waldohreule und Gelbspötter fehlten.

 


Ostern 2022

 

Großtrappenbalz

 

Das lange Osterwochenende habe ich genutzt, um in der Gegend von Garlitz in Brandenburg Großtrappen zu beobachten. Zwischen März und Mai findet die Balz statt und das Gras ist gleichzeitig noch recht niedrig, so dass man die Vögel auch gut sehen kann. Um die Aufzuchtstation wurden zwei Hochstände gebaut, von wo aus man einen sehr guten Blick auf die Wiesen hat. 

Zum Beobachten und Fotografieren gibt es immer nur zwei kurze Zeitfenster einmal am Morgen und am Abend, da dann die Hähne am aktivsten sind und die Sonne noch nicht so hoch am Himmel steht. Da leider das ganze Wochenende strahlender Sonnenschein herrschte, flimmerte die Luft extrem und ließ nur wenige gute Aufnahmen zu.


09. April 2022

 

Arbeitseinsatz auf dem Langenwerder

 

diesmal bei sehr wechselhaftem Wetter. Bis zu Windstärke acht und ständige Regenschauer im Wechsel mit Sonne unterbrechen die Arbeit immer wieder, sorgen dafür aber für längere Pausen.


27. März 2022

 

Die ersten Sommergäste sind da

 

Die Blaukehlchen haben begonnen, ihre Reviere wieder zu besetzen und sind bei ihrem Gesang immer sehr gut zu sehen.


13. Februar 2022

 

Seit bereits zwei Monaten

 

halten sich an der Ostseeküste zwischen Rerik und Heiligendamm ein bis zwei Prachteiderenten auf. Nachdem die Witterung zumeist sehr schlecht und die Vögel sehr weit draußen waren, sollte sich dies nun ändern. Zwar war jetzt nur noch ein Männchen zu sehen, dafür schwamm dieses direkt vor Kühlungsborn am Strand herum. 

 

Mittlerweile waren bereits zahlreiche Beobachter vor Ort und der Trubel flachte etwas ab, so dass ich dort in Ruhe fotografieren konnte. Zwar war die Ente sofort gefunden, da sie sich häufig auf einem großen Stein ausruhte, doch hielt sie fast immer den Schnabel im Gefieder und rührte sich nicht. Am Hinterkopf war zudem eine große Wunde zu sehen, die wohl von einer Großmöwe stammte, die ihr die Nahrung streitig machte. Hoffentlich überlebt dieser Vogel.


Foto vom 12.12.2021 vor Meschendorf

(Handy-Digiskopie durch das Spektiv)

Foto vom 13.02.2022 östlich von Kühlungsborn

Gerade einmal kurz für das Foto den Kopf aus dem Gefieder genommen



29. Januar 2022

 

Nordische Wasseramseln

 

der Unterart cinclus kommen zwar regelmäßig im Winter in Mecklenburg-Vorpommern vor, jedoch immer nur in kleiner Zahl an zumeist immer den selben Orten. Bevorzugt werden zumindest vier Meter breite Bäche mit hoher Strömung und im Wasser liegenden Steinen. Zudem sollte das Wasser sehr sauber sein und viele Insekten beherbergen.

 

Wie schon in den vorherigen Jahren kontrollierte ich immer wieder verschiedene Punkte hier im Landkreis Nordwestmecklenburg, jedoch hatte ich bislang kein Glück. An einer von drei besuchten Stellen war sie zu sehen, zeigte sich hier überhaupt nicht scheu und ließ mich auf wenige Meter heran. Leider ließ der Platz keine bodennahe Perspektive zum Fotografieren zu, dafür konnte ich den Vogel auch bei einigen erfolgreichen Tauchgängen beobachten.